Internalisierung der zusätzlichen Klimakosten infolge unzureichender Modernisierungsmaßnahmen

Ermittlung des gesellschaftlichen Schadens durch unzureichende oder ausbleibende Modernisierungsmaßnahmen

Ca. 75 % der bestehenden Gebäude weisen einen enormen Modernisierungsstau bezüglich der Energieeffizienzmaßnahmen auf. Bei ausbleibenden oder unzureichenden Modernisierungsmaßnahmen müssen Personen, die Gebäude- oder Wohnflächen besitzen, künftig mit Mehrkosten rechnen. Das aktuelle nationale Emissionshandelssystem belegt bereits den Ausstoß von Treibhausgasen mit zahlungswirksamen Preisbestandteilen, und ab 2027 wird ein neues Emissionshandelssystem geschaffen. Andererseits müssen auch die Klimakosten von Treibhausgasemissionen für die Gesellschaft im Sinne von externen Kosten, die nicht unmittelbar zahlungswirksam sind, mitgedacht werden. Die Klimakosten für eine Tonne CO₂ liegen im Jahr 2025 zwischen 300 € und ca. 900 €.

Ziel des Forschungsprojekts ist eine Analyse der zusätzlichen Klimakosten bei ausbleibenden Maßnahmen zur energetischen Modernisierung unterschiedlicher Gebäude- und Nutzungsarten im Bestand, um daraus Argumente für sinnvolle Anpassungen von Förderprogrammen zur Erreichung eines energetischen Standards oder Einzelmaßnahmen an Gebäuden zu entwickeln. Durch Lebenszyklusanalysen und thermische Gebäudesimulationen sollen die Gebäude hinsichtlich ihrer Treibhausgasemissionen über den gesamten Lebenszyklus untersucht werden. Es werden Modernisierungsmaßnahmen bezüglich ihrer Kosten und der dadurch einsparbaren Treibhausgase analysiert und daraus die mikro- und makroökonomischen Kosten berechnet. Die Mehrkosten für die Modernisierung werden u. a. den externen Kosten gegenübergestellt, die die Gesellschaft bei ausbleibenden Modernisierungsmaßnahmen tragen muss. Diese externen Kosten werden unter Berücksichtigung des Ansatzes von Schattenpreisen zur Abbildung der Schäden infolge von Treibhausgasemissionen ermittelt. Gleichzeitig wird eine Untersuchung der ökologischen Auswirkungen der durchgeführten oder unterlassenen Maßnahmen erfolgen. Der Nutzen für spezifische Akteursgruppen (Selbstnutzer, Mieter, Vermieter, öffentliche Hand) wird untersucht.

Dieses Projekt wird gefördert vom Bundesinstitut für Bau-, Stadt- und Raumforschung im Auftrag des Bundesministeriums für Wohnen, Stadtentwicklung und Bauwesen aus Mitteln der Zukunft Bau Forschungsförderung.