LAND4FLOOD Summer School „Build Back Better" – Lernen aus hochwassergeschädigten Regionen

Bahnbrücke im Ahrtal

Vom 10.–11. September 2026 fand in Bad Neuenahr-Ahrweiler die PhD Summer School „Build Back Better – How to Learn from Flood-Affected Regions" statt. Organisiert wurde sie gemeinsam von der RPTU Kaiserslautern (Robert Jüpner, Martin Fabisch), der TU Dortmund (Thomas Hartmann, B. Ayça Ataç-Studt), dem IQIB (Bert Droste-Franke, Lea-Marie Rokitta), dem THW (Daniel Gronwald) und der Deutschen Bahn AG (Stefan Frank).

Ziel der Summer School war es, akademische Perspektiven mit praktischer Erfahrung zu verbinden und anhand des Ahrtals als Fallbeispiel über Hochwasserwiederaufbau, Klimaanpassung und langfristige Resilienz zu diskutieren. 12 Nachwuchsforschende aus Deutschland, der Türkei, Indien, Brasilien und Italien nahmen teil – mit Hintergründen aus Raumplanung, Geographie, Geomatik, Umwelt- und Bauingenieurwesen, Recht und Wirtschaftswissenschaften.

Tag 1 – Exkursion ins Ahrtal: Die Teilnehmenden besuchten den neu errichteten Bahnhof Altenahr, die Bahnstrecke bei Mayschoß sowie mehrere Orte in Ahrweiler und erlebten so den laufenden Wiederaufbauprozess hautnah – von den Herausforderungen bei der Bahninfrastruktur unter Zeit- und Budgetdruck bis zu Fragen rund um private Grundstücke und Planfeststellungsverfahren. Ein Stadtrundgang durch die stark betroffene Innenstadt sowie ein Besuch beim THW-Ortsverband Sinzig rundeten den Tag ab.

Tag 2 – Thematische Sessions:

  • Session 1 (Thomas Hartmann): Hochwasserwiederaufbau auf privatem Land – Zusammenspiel von Raumplanung, Risikomanagement und Eigentumsrechten.
  • Session 2 (Stefan Frank, DB AG): Was bedeutet „Build Back Better" beim Wiederaufbau des Bahnsystems im Ahrtal – Widerstandsfähigkeit, Zielkriterien und Zielkonflikte zwischen schnellem Wiederaufbau und langfristiger Risikoreduktion.
  • Session 3 (Bert Droste-Franke): Resilienz im Zusammenspiel kritischer und sensibler Infrastrukturen (Verkehr, Wasser, Energie, Kommunikation) und deren gegenseitige Abhängigkeiten.

Fazit: Die Summer School zeigte, dass „Build Back Better" kein einheitlicher Ansatz ist, sondern je nach System, Wiederaufbauziel und lokalem Kontext unterschiedlich ausgestaltet werden muss. Der fachliche Austausch zwischen Forschung und Praxis leistete einen wichtigen Beitrag zum besseren Verständnis von Wiederaufbauprozessen nach Hochwasserereignissen.

Hier geht es zum ausführlichen Bericht.

Dank an das HochwasserKompetenzCentrum (HKC) e.V. für die Unterstützung.

Bahnbrücke im Ahrtal