Fünf Jahre nach der Flut: Was sich beim Hochwasserschutz in NRW getan hat

Bagger schüttet Deich auf

Ein aktueller Beitrag des WDR (14.07.2026) zieht Bilanz, wie Nordrhein-Westfalen nach der Flutkatastrophe 2021 beim Hochwasserschutz nachgesteuert hat – und wo weiterhin Defizite bestehen.

Was bereits umgesetzt wurde
NRW-Umweltminister Oliver Krischer verweist auf rund 600 geförderte Projekte seit 2021, darunter Deichsanierungen, neue Rückhaltebecken und verbessertes kommunales Starkregen-Management. Auch die Zusammenarbeit mit den Niederlanden sei intensiviert worden. Größere Vorhaben wie ein gesteuerter Hochwasserpolder in Köln-Worringen (er soll den Rheinpegel im Ernstfall um bis zu 17 cm senken) und ein Rückhaltebecken des Erftverbands in Rheinbach befinden sich noch im Bau.

Beim Thema Frühwarnung wurde das Pegelmessnetz von 84 auf 122 Standorte erweitert, die Zahl der Sirenen deutlich erhöht und mit „Cell Broadcast" ein zusätzliches, app-unabhängiges Warnsystem eingeführt. Innenminister Herbert Reul verweist zudem auf eine neu eingerichtete Landesstelle für Katastrophenschutz, die im Ernstfall Einsatzkräfte koordiniert und Ressourcen landesweit steuert.

Einordnung durch Prof. Dr. Robert Jüpner
Als Gutachter im Untersuchungsausschuss des Landtags bestätigt Prof. Jüpner, dass NRW seit der Flutkatastrophe viele Maßnahmen angestoßen hat. Besonders wichtig sei, dass Einsatzkräften heute eine bessere Interpretation angekündigter Regenmengen zur Verfügung stehe – aktuelle Hochwasserkarten würden deutlich präziser zeigen, welche Gebäude im Ernstfall betroffen wären.

Was noch fehlt
Die Reform des Katastrophenschutzgesetzes ist laut Feuerwehrverband NRW zwar angestoßen, aber noch nicht abgeschlossen. Reul selbst räumt ein, es sei "einiges geändert, aber noch lange nicht genug" – vor allem fehle es an Geld im angespannten Landeshaushalt. Betroffene vor Ort, etwa Anwohner der Düssel in Düsseldorf oder eine Bürgerinitiative in Erkrath, kritisieren das langsame Tempo bei lokalen Schutzmaßnahmen. Zusätzliche Hürden entstehen, wenn Kommunen für neue Überflutungsflächen erst Einigungen mit Grundstückseigentümern erzielen müssen.

Der Feuerwehrverband wünscht sich außerdem mehr Kapazitäten für die Auswertung von Social-Media-Informationen während Unwetterlagen, um sich schneller ein Lagebild verschaffen zu können.

 

🔗 Quelle und Bildquelle: WDR.de – Was sich seitdem beim Hochwasserschutz in NRW getan hat

Bagger schüttet Deich auf